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Was bedeutet die neue S3-Leitlinie Brustkrebs für Patientinnen?

Interview mit Prof. Dr. med. Achim Wöckel, Direktor der Universitätsfrauenklinik Würzburg. Er koordiniert die S3-Leitlinie zur „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“.

Awareness Deutschland: Sie haben an der neuen S3-Leitlinie für Brustkrebs mitgearbeitet und diese koordiniert. Können Sie für Menschen ohne medizinisches Fachwissen kurz erklären, was eine S3-Leitlinie ist, was sie regelt und warum sie so wichtig ist?
Prof. Dr. med. Wöckel: Leitlinien fassen den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und geben Empfehlungen für die bestmögliche medizinische Versorgung. Das Besondere an einer S3-Leitlinie ist, dass sie von allen relevanten Fachgesellschaften und Berufsgruppen gemeinsam erarbeitet wird – also von den Expertinnen und Experten, die Patientinnen tatsächlich versorgen. Im Mittelpunkt steht dabei ausschließlich die Frage: Was bringt den größten Nutzen und welche möglichen Risiken oder Nachteile müssen wir berücksichtigen? Es geht ausdrücklich nicht um Kosten, sondern darum, auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz die bestmöglichen Empfehlungen für die Versorgung zu formulieren.
Die Empfehlungen basieren nicht auf einzelnen Studien oder Meinungen, sondern auf der Gesamtheit der verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse. Genau dieser hohe methodische Anspruch macht die S3-Leitlinie zu einem besonders verlässlichen Instrument für die medizinische Versorgung.


Awareness Deutschland: Wenn Sie die Leitlinie in einem Satz zusammenfassen müssten: Was ist ihre wichtigste Botschaft?
Prof. Dr. med. Wöckel: Die wichtigste Botschaft der S3-Leitlinie ist — neben der methodischen Qualität — ihre Unabhängigkeit. Ziel ist es, Empfehlungen möglichst frei von Einflussfaktoren zu formulieren.

 

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Copyright: Prof. Dr. med. Achim Wöckel