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Mehr Fitness, weniger Prostatakrebs?

Studien deuten darauf hin, dass nicht nur ein gutes Fitnessniveau zählt – sondern auch, die eigene Ausdauer Schritt für Schritt zu verbessern.

Jeder weiß, dass Bewegung gesund ist. Doch regelmäßige Bewegung hält nicht nur Herz und Kreislauf fit, sie könnte auch das Risiko senken, an Prostatakrebs zu erkranken.

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen seit Jahren einen entsprechenden Trend: Je nach Untersuchung hat sich gezeigt, dass körperliche Aktivität das Erkrankungsrisiko um 10 bis 30 Prozent senkt. Teilweise auch darüber hinaus.

Ganz so einfach wie „Sport schützt vor Krebs“ ist es allerdings nicht. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass ein aktiver Lebensstil auch für die Prostatagesundheit eine wichtige Rolle spielt. Die bisherigen Studien unterscheiden sich jedoch deutlich – in der Art, Dauer und Intensität der Bewegung, die untersucht wird. Das macht die Ergebnisse nicht weniger relevant, aber eine Vergleichbarkeit schwierig.

Besonders interessant ist eine aktuelle große schwedische Beobachtungsstudie mit 57.652 Männern. Sie untersuchte nicht nur, wie fit die Teilnehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt waren, sondern wie sich ihre Ausdauerleistungsfähigkeit im Laufe der Jahre veränderte. 

Das Ergebnis: Männer, deren Fitness jährlich um mindestens drei Prozent zunahm, hatten ein um 35 Prozent niedrigeres relatives Risiko für eine Prostatakrebsdiagnose als Männer, deren Fitness abnahm. Während der durchschnittlich siebenjährigen Nachbeobachtung wurden insgesamt 592 Fälle von Prostatakrebs, also 1 Prozent der untersuchten Männer, festgestellt.

Wichtig: Als Beobachtungsstudie zeigt diese Untersuchung zwar statistische Zusammenhänge, aber keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Nachweis. Dennoch liefert die Studie eine ermutigende Botschaft: Offenbar spielt nicht nur das aktuelle Fitnessniveau eine Rolle. Auch Männer, die ihre Ausdauer schrittweise verbessern, könnten gesundheitlich profitieren. Dafür braucht es weder einen Marathon noch tägliches Training im Fitnessstudio.

30 Minuten am Tag sind ein guter Anfang

Was heißt das in der Praxis? Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen pro Woche 150 bis 300 Minuten Bewegung mit moderater Intensität. Alternativ sind 75 bis 150 Minuten intensive Aktivität möglich. Zusätzlich sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche die großen Muskelgruppen wie Beine, Rücken, Brust, Schultern, Rumpf gekräftigt werden.

150 Minuten wirken zunächst nach einem umfangreichen Sportprogramm. Tatsächlich entsprechen sie aber fünfmal 30 Minuten – zum Beispiel einem zügigen Spaziergang von Montag bis Freitag. Auch Bewegung im Alltag zählt: eine Haltestelle früher aussteigen, die Treppe statt den Aufzug nehmen, kurze Wege mit dem Rad fahren oder sich mit einem Freund zum Training verabreden.

Entscheidend ist weniger die perfekte Trainingsplanung als die Regelmäßigkeit. Der Kreislauf sollte spürbar gefordert werden. Beim zügigen Gehen bedeutet das: Du atmest schneller, kannst dich aber noch unterhalten. Wer lange keinen Sport gemacht hat, sollte langsam einsteigen und die Belastung schrittweise erhöhen. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen oder längerer Inaktivität ist eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.Bewegung ersetzt weder die ärztliche Beratung noch die individuelle Prostatakrebs-Früherkennung. Sie stärkt aber Herz, Muskeln und Stoffwechsel, verbessert das Wohlbefinden – und könnte auch dazu beitragen, das Risiko einer Prostatakrebsdiagnose zu senken.

Die wichtigste Botschaft lautet daher nicht „trainiere härter“, sondern: Fang an, bleib dran und verbessere deine Fitness Schritt für Schritt.

Quellen

  • Shephard RJ: Physical Activity and Prostate Cancer: An Updated Review. Sports Medicine 47, 1055–1073, 2017. DOI: 10.1007/s40279-016-0648-0.
  • Bolam KA et al.: Association between change in cardiorespiratory fitness and prostate cancer incidence and mortality in 57,652 Swedish men. British Journal of Sports Medicine 58, 366–372, 2024.
  • World Health Organization: WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Geneva: World Health Organization, 2020. ISBN 978-92-4-001512-8.

 

 

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